Alner Juraj
Bauer Georg Sebastian
Beller Steven
Biró András
Böhler Thomas
Bonnin Pere
Brix Emil
Canetti Elias
Conzemius Arlette
Engel Reinhard
Freund Michael
Gerstenfeld Manfred
Gruber Ruth Ellen
Gürses Hakan
Halpert Marta S
Hell Cornelius
Hoffmann Marion
Huber Marty
Jelincic Boeta Klemen
Jungk Peter Stephan
Knobloch Charlotte
Kostlán František
Kovács Éva Judit
Lagodinsky Sergey
Lewonig Judith
Lipowicz Irena
Luciak Mikael
Marot Jan
Menasse Eva
Meznik Michael
Mitgutsch Anna
Oişteanu Andrei
Pfeifer Andreas
Piehler Moritz
Pinto Diana
Piwnicki Paul
Plassnik Ursula
Rabinovici Doron
Reitmaier Jörg
Roncoroni Marina
Roubalová Vera
Rudich de la Quintana Julieta
Scheller Wolf
Seifert Thomas
Seiringer Peter
Sporschill [Pater] Georg SJ
Christiane Sternberg
Streeruwitz Marlene
Sukup Viktor
Szymanski Miguel
Uri-Sudwarts Sandra
Van Emden Gidon
Vertlib Vladimir
Wagner Marc-Christoph
Wisinger Marion
Wistrich Robert S

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Autorenbiografien - Ausgabe 2009

Alner Juraj.1937 in Kladno, Tschechoslowakei, geboren. Von 1955 bis 1959 Studium an der Komenius-Universität und Pädagogischen Hochschule Bratislava: Slowakistik und Germanistik. Ab 1959 aus „politischen Gründen“ Hilfsarbeiter, nachher Lehrer. 1961 Gründer und Leiter des Poesietheaters in Banská Bystrica, dort auch Mitbegründer und Lektor des Filmklubs; 1964 bis 1969 Redakteur der Tageszeitung „Ľud“ (Das Volk). 1969 Autor der ersten Publikation aus der Geschichte der slowakischen und tschechischen Emigration, nach dem Erscheinen sofort vom Regime verboten. 1970 bis 1989 Berufsverbot wegen ,,Antikommunismus“ und ,,Antisowjetismus“, sieben Jahre Arbeiter, zwölf Jahre Bibliothekar. Ab November 1989 Zusammenarbeit mit den Studenten und der ,,Öffentlichkeit gegen Gewalt“ (Bürgerforum). 1990/91 als Chefredakteur der Tageszeitung der Demokratischen Partei, „Čas“ (Die Zeit), tätig. 1990 Mitbegründer und seit 1994 Generalsekretär der Paneuropa-Union Slowakei, seither zahlreiche Vorträge im Ausland, zum Beispiel am Berliner Bildungszentrum, an der Politischen und Evangelischen Akademie Tutzing, am Forum Ost-West Bern, am Ost-West-Kolleg Brühl, an der Europäischen Akademie Berlin, an den Universitäten Augsburg, Buffalo, Fribourg u. a. Von 1991 bis 1998 Journalist bei der Tageszeitung „Národná obroda“ (innenpolitische Analysen, Integration, Minderheiten). Seit 1993 Mitglied des Team Europe (EU), von 1993 bis 1999 Mitglied des Slowakischen Club of Rome. 1996 Slowakischer und 1998 Europäischer Journalistenpreis. Zahlreiche Bücher: u. a. „Škola v Európe, Európa v škole“ (Schule in Europa – Europa in der Schule, Lehrbuch der europäischen Integration für Mittelschulen, Bratislava 2007). „Židovské sviatky a iné eseje“ (Jüdische Feiertage und andere Essays, Bratislava 2008). In deutscher Sprache: von 1998 bis 2007 jährlich „Die Slowakei“. In: Weidenfeld und Wessels (Hg.): Jahrbuch der Europäischen Integration (Europa-Union-Verlag, Bonn), „Jánošík und Kafka“. In: Kafka 1/2001 (Goethe-Institut Inter Nationes Bonn), „Die slowakischen Erwartungen an die Integration“. In: Politische Studien 388 (München 2003).

Bauer Georg Sebastian. In Wien 1989 geboren. Maturierte mit Auszeichnung im Juni 2008 am Neusprachlichen Gymnasium HIB Boerhaavergasse. Absolvierte bereits im Schuljahr 2006/2007 ein Auslandsjahr mit dem AFS in Finnland. Studium der Skandinavistik an der Universität Wien seit Oktober 2008. Engagierte sich für Greenpeace und leistet seit 1. März 2009 seinen Zivildienst in Form eines Gedenkdiensts am „Forum för levande his­toria“ in Stockholm ab. Spricht inzwischen Finnisch, Schwedisch, Englisch, Französisch und Italienisch und spielt vier Instrumente.

Beller Steven. 1958 in London als Sohn amerikanisch-österreichischer Eltern geboren. Studierte an der Cambridge University, wo er von 1985 bis 1989 Research Fellow am Peterhouse College war. Von 1993 bis 1994 war er Mitglied des Instituts für Höhere Studien in Princeton, er war Visiting Fellow am Institut für die Wissenschaft vom Menschen in Wien (1983/84, 1987), Visiting Fellow am Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien (1996) und Research Scholar des Woodrow Wilson Center’s East European Program in Washington, D.C. (1992). Er hielt auch diverse Vorlesungen zu moderner europäischer und moderner jüdischer Geschichte an der Cambridge University, am University College London, der Georgetown University, der American University und der George Washington University. Lebt seit 1989 in den USA. Zahlreiche Publikationen zur österreichischen, jüdischen und zentraleuropäischen Geschichte. Unter anderem: „Vienna and the Jews, 1867-1938: A Cultural History“ (Cambridge University Press, 1989); „Theodor Herzl“ Halban, 1991); „Francis Joseph“ (Longman, 1996) und „A Concise History of Austria“ (Cambridge University Press, 2006) sowie die Anthologie „Rethinking Vienna 1900“ (Berghahn, 2001). Zuletzt: „Antisemitism: A Very Short Introduction“ (Oxford University Press, 2007). Lebt derzeit als freier Wissenschafter in Washington, D.C.

Biró András. Als Kind ungarisch-serbischer Eltern 1925 in Sofia, Bulgarien, geboren. Wuchs in Budapest auf. Studierte Geschichte von 1953 bis zur Oktoberrevolution 1956. Flucht nach Paris, Arbeit als Wirtschaftsjournalist. 1967 Gründer und bis 1975 Chefredakteur des Magazins der UN-Nahrungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO, „Ceres“. Anschließend gründete und leitete er das Umweltmagazin „Mazingira“. 1978 ging er nach Mexiko, wo er als Berater der Vereinten Nationen und von diversen NGOs arbeitete, bis er 1986 – nach dreißig Jahren im Exil – wieder nach Ungarn zurückkehrte. Gleich nach dem Fall des Kommunismus gründete er 1990 die „Autonómia Foundation“ zur Entwicklung der Zivilgesellschaft in Ungarn (Hungarian Foundation for Self-Reliance) mit dem besonderen Schwerpunkt, der Roma-Minderheit zu mehr Selbstbestimmung und Selbsthilfe zu verhelfen. Mehr als 200 Graswurzel-Initiativen entstanden bis 1996 unter seiner Leitung. Derzeit ist er Vorsitzender der „Massag Foundation“ und Berater von PAKIV, einer europäischen Roma-Stiftung, sowie Initiator des „projektR“, einer NGO zur Vorurteilsbekämpfung. Wurde 1995 für seine „entschlossene Verteidigung der ungarischen Roma-Minderheit und effektive Unterstützung zur Hilfe bei deren Selbsthilfe“ mit dem „Alternativen Nobelpreis“ ausgezeichnet.

Böhler Thomas. 1989 in Vöcklabruck geboren. Lebt in Ebensee, Oberösterreich. Schloss 2008 das neusprachliche Gymnasium in Bad Ischl mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Gewann die österreichweiten Fremdsprachenwettbewerbe in Französisch und Russisch und hat eine acht- bis zehnjährige Violin- und Klavierausbildung genossen. Mitglied im Städtepartnerschaftsverein Prato-Ebensee. Absolvierte von September 2008 bis September 2009 seinen Zivildienst als Gedenkdiener am Museo e Centro die Documentazione della Deportazione e Resistenza in Prato, Italien. Ab Oktober 2009 Studium im Fach Politikwissenschaften und Transkultureller Kommunikation (Französisch, Russisch) an der Universität Wien.

Bonnin Pere. Journalist, Schriftsteller und Übersetzer, gebürtig aus Sa Pobla (Mallorca), war Delegationsleiter der Agentur EFE in der Bundesrepublik Deutschland, in Wien und an der UNO in New York. Gehört zur Gründerredaktion der „Gran Enciclopèdia Catalana“ und war Chefredakteur der Zeitung „Mundo Diario“ sowie der Wochenzeitschrift „Mundo“. Autor zahlreicher Bücher, darunter der Roman „Ombres de Marjal“ (2000) und der Gedichtband „Contra vent i corrent. Poemes i gloses“ (2006). Sein Buch „Sangre judía. Españoles de ascendencia hebrea y antisemitismo cristiano“ (1998) ist bereits in vierter Auflage erschienen und hat einen bemerkenswerten Anklang gefunden. Literarischer Übersetzer vom Englischen und Deutschen ins Spanische und Katalanische, u. a. das lyrische Werk von Ralph Günther Mohnnau und, in Zusammenarbeit mit Josep Moll, die katalanische Ausgabe des siebenbändigen Werks „Die Balearen von Erzherzog Ludwig Salvator von Österreich“. Wurde 1997 seitens der mallorquinischen Zeitung „Ultima Hora“ mit dem „Siurell de Plata“ ausgezeichnet. Die balearische Regierung verlieh ihm als Würdigung seines journalistischen, kulturellen und literarischen Beitrags für die autonome Region der Balearen im Jahre 2004 den Ramon-Llull-Preis.

Brix Emil. Jahrgang 1956, Diplomat und Historiker. Leiter der Kulturpolitischen Sektion des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten und Generalsekretär der Österreichischen Forschungsgemeinschaft; zahlreiche Publikationen zur mitteleuropäischen Geschichte und zu Fragen der Zivilgesellschaft in Österreich.

Canetti Elias. 1905 in Rustschuk, Bulgarien, geboren, gestorben 1994 in Zürich. Lebte ab 1911 in Manchester, Zürich und Frankfurt am Main, anschließend von 1924 bis 1938 in Wien, dann bis 1971 in London, schließlich bis zu seinem Tod in Zürich. Seine Werke umfassen u. a. einen Roman („Die Blendung“), mehrere Theaterstücke („Die Komödie der Eitelkeit“, „Die Hochzeit“, „Die Befristeten“) zahlreiche Essays und eine umfassende, die wissenschaftlichen Disziplinen sprengende Studie („Masse und Macht“). Zu Letzterer hatte ihn unter anderem der Sturm auf den Justizpalast in Wien inspiriert. Außerdem schrieb Canetti eine vierbändige Autobiografie. Erhielt 1981 den Nobelpreis für Literatur.

Conzemius Arlette. Machte 1978 am Graduate Institute of International Studies in Genf ihren Bachelor in Politikwissenschaften, ihren Master absolvierte sie an der Fletcher School of Law and Diplomacy der Tufts Universität in Massachussetts. Trat 1981 in das Außenministerium in Luxemburg ein, wo sie in der Abteilung für Internationale Wirtschaftsbeziehungen tätig war. Von 1983 bis 1988 Botschaftsrätin in der Ständigen Vertretung von Luxemburg bei der Europäischen Union in Brüssel, Belgien. Von 1989 bis 1993 stellvertretende Missionschefin in der Botschaft des Großherzogtums Luxemburg in den USA. Von 1993 bis 1998 Botschafterin und Ständige Vertreterin des Großherzogtums Luxemburg beim Europäischen Rat in Straßburg, Frankreich. In den Jahren 1996 und 1997 Sonderbotschafterin für Menschenrechte. Von 1998 bis 2005 Botschafterin des Großherzogtums Luxemburg in den USA mit Co-Akkreditierungen in Kanada und in Mexiko. Von 2005 bis 2007 Generaldirektorin für Internationale Wirtschaftsbeziehungen und Europäische Angelegenheiten im Außenministerium in Luxemburg. Zurzeit Botschafterin des Großherzogtums Luxemburg in Österreich und Ständige Vertreterin bei den Internationalen Organisationen in Wien. Gleichzeitig in der Republik Slowenien und in der Republik Türkei akkreditiert.

Engel Reinhard. Geboren 1957 in Bruck an der Mur. Dr., freier Wirtschaftsjournalist und Autor von Sachbüchern. Berichtet seit mehr als zwanzig Jahren aus Mittelosteuropa, derzeit vor allem für „Die Welt“ und „Ost-West Contact“ in Berlin. War Redakteur beim Magazin „trend“, anschließend Gründer, Herausgeber und Chefredakteur des Magazins „New Business“, Leiter des Wirtschaftsressorts der Wiener Tageszeitung „Kurier“, danach Chefredakteur von „Wirtschaft in Ungarn“. Autor für zahlreiche Zeitungen und Zeitschriften, darunter „Die Presse“, „Europäische Rundschau“, „Succeed“, „Das österreichische Industriemagazin“. Internationale Publikationen u. a. in „The Economist“, „EuroBusiness“, „Newsweek“, „manager magazin“, „Die Zeit“ und „The Financial Times“. Bücher: „Sklavenarbeit unterm Hakenkreuz. Die verdrängte Geschichte der Österreichischen Industrie“ (zusammen mit Joana Radzyner, Deuticke 1999); „Der harte Weg nach Europa. Osteuropa nach dem Fall des Eisernen Vorhangs“ (Deuticke 1999); „Mein Schattenleben. Eine Jugend im Ghetto und KZ“ von Richard Bugajer (als Herausgeber, Czernin 2000); „Schöne neue Wirtschaftswelt. Reportagen über Gewinner und Verlierer“ (Czernin 2000). „Luxus aus Wien/Luxury from Vienna. Handgemachtes von heute aus der einstigen Kaiserstadt.“ Mit Fotos von Johannes Ifkovits (Czernin 2001); „Luxus aus Wien II/Luxury from Vienna II. Von der Designer­lampe bis zum Konzertflügel – Traditionelles und Modernes aus Meis­-
terhand“ Mit Fotos von Johannes Ifkovits (zusammen mit Marta S. Halpert; Czernin 2002); Luxus.Shopping.Guide.Wien/Luxury.Shopping.Guide.Vienna. (zusammen mit Marta S. Halpert, Echo 2003); „Ich folge dem Weg von zuhause“ von Danek Gertner (als Herausgeber mit Marta S. Halpert, Wien 2005); „Der wankende Riese. Gewerkschaften zwischen Globalisierung und Krise der Sozialpartnerschaft“ (Molden 2006).

Freund Michael. War stellvertretender Kommunikationschef im Büro des israelischen Premierministers während Benjamin Netanyahus erster Amtszeit. Gründer und Vorsitzender von „Shavei Israel“ (www.shavei.org), einer Gruppe mit Sitz in Jerusalem, die auszieht, um „verlorene Juden“ zu unterstützen, die wieder zum Judentum zurückfinden wollen. Außerdem ist er Korrespondent und Kolumnist für die „Jerusalem Post“. Schreibt einen populären Blog über Nahostthemen: „Fundamentally Freund“, der auf der Website IsraelNationalNews.com erscheint. Gebürtiger New Yorker, hat einen Abschluss der Princeton University und einen MBA in Finanzwesen der Columbia University.

Gerstenfeld Manfred. Vorsitzender des Board of Fellows des Jerusalem Center for Public Affairs. Hat zuvor als internationaler Business-Stratege sowohl diverse Regierungen und internationale Agenturen als auch die Vorstände einiger der weltgrößten Unternehmungen beraten. Er ist ein Herausgeber der „Jewish Political Studies Review“ und Co-Herausgeber von „Post-Holocaust and Anti-Semitism“ und „Changing Jewish Communities“. Zahlreiche Bücher, u. a.: „Europe’s Crumbling Myths: The Post-Holocaust Origins of Today’s Anti-Semitism“, (2003), „European-Israeli Relations: Between Confusion and Change?“ (2006), „Academics against Israel and the Jews“ (2007). Zuletzt, 2008, „Behind the Humanitarian Mask: The Nordic Countries, Israel and the Jews“.

Gruber Ruth Ellen. Preisgekrönte amerikanische Schriftstellerin, Fotografin und unabhängige Wissenschafterin, die seit mehr als zwanzig Jahren über zeitgenössische jüdische Themen publiziert. Als Autorin des ersten und ausführlichsten jüdischen Reiseführers für Ost- und Zentraleuropa hat sie den Kontinent kreuz und quer bereist, um das jüdische Erbe aufzuspüren, zu dokumentieren und wichtige jüdische Sehenswürdigkeiten und weitverstreute jüdische Gemeinden zu beschreiben. Ihre Artikel sind in „New York Times“, „International Herald Tribune“, „Business Week“, „The Independent on Sunday“ und zahlreichen weiteren Medien erschienen. Sie hat an vielen Universitäten, Museen, jüdischen Institutionen und anderen Einrichtungen Vorträge gehalten. Als Europa-Korrespondentin für die „Jewish Telegraphic Agency“ JTA schreibt sie auch für „Jewish Chronicle“, „Hadassah Magazine“ und andere jüdische Publikationen. Sie bloggt über Themen des jüdischen Erbes auf http://jewish-heritage-travel.blogspot.com/. Erhielt 2006 ein Guggenheim Fellowship, in dessen Rahmen sie an einem Projekt arbeitet, das das Bild des amerikanischen Wilden Westens in der europäischen Vorstellung erforscht. 2009 erhielt sie den Michael Hammer Tribute Research Grant des Haddassah Brandeis Institute, um an einem Projekt über den Frauenanteil an jüdischer Grabsteinkunst zu arbeiten, dies inkludiert auch die Website http://candlesticksonstone.wordpress.com. Bücher: u. a. „Letters from Europe (and Elsewhere)“ (2008), „National Geographic Jewish Heritage Travel: A Guide to Eastern Europe“ (2007/1992), „Virtually Jewish: Reinventing Jewish Culture in Europe“ (2002), „Upon the Doorposts of Thy House: Jewish Life in East-Central Europe, Yesterday and Today“ (1994). Weitere Titel unter: www
.ruthellengruber.com

Gürses Hakan. In Istanbul 1961 geboren, lebt seit 1981 in Wien. 1981 Beginn des Studiums der Philosophie (Nebenfach: Theaterwissenschaft) an der Universität Wien. 1979 bis 1980 Studium der Chemie an der Middle-East Technical University (ODTÜ) in Ankara. 1994 Promotion zum Doktor der Philosophie mit der Dissertation „Libri catenati. Eine historisch-philosophische Untersuchung der Sekundärdiskurse“. Arbeitsschwerpunkte: Geschichte der Hermeneutik; französische Gegenwartsphilosophie; Philosophie der Differenz und Interkulturelle Philosophie; Theorien der Gesellschaftskritik; kollektive Identitäten; Kulturtheorien. Seit 2006 Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung, seit 1997 Lehrbeauftragter am Institut für Philosophie der Universität Wien. Ab 2006/07 Lehrbeauftragter des Projekts „Internationale Entwicklung“ an der Universität Wien. Ab 2005 Vortragender im Rahmen des Universitätslehrgangs Interkulturelle Kompetenzen (MA) an der Donau-Universität Krems. Zahlreiche Forschungsprojekte, u. a. „Towards a European Politics of Differentiated Equality: Reflections on the Anti-Discrimination Policy of the European Union“ im Rahmen des Forschungsschwerpunkts NODE (New Orientations for Democracy in Europe).

Halpert Marta S. Geboren in Budapest. Sprachstudium in London und Genf, begann ihre journalistische Laufbahn in Tel Aviv. War die erste Nachtredakteurin der deutschsprachigen Tageszeitung „Jedioth Chadashoth“ und Business-Reporterin der „Jerusalem Post“. Gleichzeitig berichtete sie aus Israel nach Deutschland für die „Abendzeitung“ in München und für den Springer Auslandsdienst (SAD). Rückkehr nach Wien. 17 Jahre lang Chefredakteurin und Herausgeberin der Wiener Monatszeitschrift „Illustrierte Neue Welt“. Gleichzeitig berichtete sie als Korrespondentin aus Mittel- und Osteuropa für internationale Medien wie „Jerusalem Post“, „Newsweek“ und „JTA“. Autorin zahlreicher in- und ausländischer Medien, u. a. „Partisan Review“, „Die Presse“, „trend“, „Der Standard“, „Neue Zürcher Zeitung“, „Weltwoche“ und „Vogue“. Seit der Gründung 1993 Österreich-Korrespondentin für das Münchner Wochenmagazin FOCUS in Wien. Laufend Beiträge im Magazin „Die Gemeinde“ und in der Kulturzeitschrift „morgen“. Diverse Aufsätze in Sammelbänden, zuletzt: „Wie wir gelebt haben – Wiener Juden erinnern sich an ihr 20. Jahrhundert“ (Mandelbaum Verlag 2008). Einzelpublikationen: „Jüdisches Leben in Österreich“ (in vier Sprachen übersetzt), „Luxus aus Wien II“ (zusammen mit Reinhard Engel, Czernin 2002); Herausgeberin der Biografie Danek Gertners (Wien 2005); „Gegangen und Geblieben – Lebensläufe nach dem ungarischen Volksaufstand 1956 (Molden 2006). Dafür Verleihung des Anerkennungspreises „Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2006.“

Hell Cornelius. Geboren 1956 in Salzburg, 1984 bis 1986 Lektor für deutsche Sprache, österreichische Literatur und Landeskunde an der Universität Vilnius. Literaturkritiker und Essayist, 2002 bis 2008 Feuilletonchef der Wiener Wochenzeitung „Die Furche“, Autor von etwa 200 Sendungen für den ORF und den Bayerischen Rundfunk. Lebt seit 1993 in Wien.
Zahlreiche Übersetzungen aus dem Litauischen (Lyrik, Prosa, Theater – u. a. für die Wiener Festwochen). Herausgeber der Anthologie litauischer Erzählungen „Meldung über Gespenster“ (Otto Müller Verlag 2002). Lehraufträge über litauische Literatur und Kultur an den Universitäten Salzburg, Wien und Klagenfurt. 1996 Österreichischer Staatspreis für Wissenschaftspublizistik. 2004 Preis des litauischen Schriftstellerverbandes für Lyrik-Übersetzungen in Fremdsprachen und Orden für Verdienste um die Republik Litauen. 2007 erschien der Essayband „Lesen ist Leben“ (Wieser Verlag), 2009 „Der eiserne Wolf im barocken Labyrinth. Erwachendes Vilnius“ (Picus Verlag). Im Oktober erscheint „Europa erlesen: Vilnius“ (Wieser Verlag); diese Anthologie wird auch zahlreiche Texte zum Judentum in Vilnius enthalten.

Hoffmann Marion. 1953 in Wien geboren. Nach längeren Auslandsaufenthalten zu Studienzeiten (Berlin, Israel) Studium der Arabistik und Politikwissenschaften an der Universität Wien. Von 1978 bis 2008 beim Hochkommissär der Vereinten Nationen für die Flüchtlinge (UNHCR). Internationale Karriere umspannt Posten in Pakistan, Indonesien, Malaysien, Genf, Griechenland, Albanien, Republik Korea und zuletzt die Regionalrepräsentation des UNHCR in Mexiko, Kuba und Zentralamerika. Vielfache Missionen, unter anderem in die Krisenherde von Rwanda 1994, Belgrad/Kosovo 1999, Türkei/Irak 2003. Veröffentlichungen über Flüchtlingsthemen und zahlreiche Vorträge an Universitäten und anderen akademischen Institutionen. Lebt zurzeit in Wien und Athen.

Huber Marty. Kulturpolitische Sprecherin der IG Kultur Österreich, Dramaturgin und Performancetheoretikerin in Wien. Redaktionsmitglied der „Kulturrisse. Zeitschrift für radikaldemokratische Kulturpolitik“ sowie zahlreiche Publikationen in Print und Radio. Sie arbeitet an den Schnittflächen queerer, antirassistischer und feministischer Projekte, zuletzt u. a. bei „RebellInnen – Geschichten erfahren mit dem Omnibus“ zu feminisierter Arbeit und Arbeitskämpfen in Linz.

Jelincic Boeta Klemen. Geboren am 13. April 1973 in Ljubljana. Ging im Oktober 1991 nach Israel. 1992 Ausbildung an The Jerusalem Academy of Jewish Studies – Yeshivat Dvar Yerushalaim, 1992/1993 an der Hebrew University of Jerusalem: Vorbereitungsjahr für internationale Studenten, anschießend BA-Studium der Soziologie und Anthropologie an der Universität Tel Aviv, ab 2000/2001 MA-Studium am selben Institut. Kehrte im Juli 2002 wieder nach Slowenien zurück. 2003/2004 Beginn des MA-Studiums am Institut für Geschichte der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Ljubljana. 2008/2009 Doktorat am selben Institut mit einer Arbeit über „Juden in Carniola, Steiermark, Kärnten, Gorizia, Triest und Istrien bis zur Vertreibung aus Innerösterreich 1496–1515“. Seit 2001 ordentliches Mitglied der Vereinigung Wissenschaftlicher und Technischer Übersetzer Sloweniens für Hebräisch und Englisch. Seit 2006 ordentliches Mitglied der Vereinigung Literarischer Übersetzer Sloweniens.

Jungk Peter Stephan. 1952 in Los Angeles geboren. Freier Schriftsteller. Wuchs in Wien, Berlin und Salzburg auf und lebt seit 1988 in Paris. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die Romane „Rundgang“ (1981), „Tigor“ (1991), „Die Unruhe der Stella Federspiel“ (1996), „Der König von Amerika“ (2001) und „Die Reise über den Hudson“. Seine vielbeachtete Biografie über Franz Werfel erschien 1987. Er ist außerdem Übersetzer von Theaterstücken aus dem Englischen und Regisseur mehrerer TV-Dokumentationen, zuletzt „André Previn. Eine Brücke zwischen den Welten“ (2008). Arbeitet zurzeit an der Lebensgeschichte des 1916 in Ungarn geborenen Karl Rose, des Gründers der österreichischen Modefirma „Jones“.

Knobloch Charlotte. Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie seit 1985 auch Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Fungiert international als Vizepräsidentin des European Jewish Congress und Vizepräsidentin des World Jewish Congress. Geboren 1932 in München als Tochter des Münchner Rechtsanwalts Fritz Neuland. Überlebte den Holocaust im Versteck auf dem Land. 1945 Rückkehr nach München, 1951 Heirat mit Samuel Knobloch (drei Kinder, sieben Enkelkinder). Trägerin des Großen Bundesverdienstkreuzes 2008 und seit 2009 Ehrendoktor der Universität Tel Aviv. Mitglied im Kuratorium der Ludwig-Maximilians-Universität München, im Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, im Kuratorium des Fördervereins Internationaler Jugendbegegnung in Dachau und im Kuratorium Deutsches Museum.

Kostlán František. Geboren 1954 in Prag, wo er auch lebt. War vor dem November 1989 als Arbeiter beschäftigt, seither ist er freier Publizist, Musiker, Autor. Co-Autor des Buches „Newcomers“, das das Leben neu angekommener Immigranten in der Tschechischen Republik behandelt. War Chefredakteur der Tageszeitung „Český deník“, erster Herausgeber des Magazins „Parliament“, er war Kommentator der Tageszeitung „Lidové noviny“ und der Radiostation „Regina“. Mitglied mehrerer NGOs, die sich mit Menschenrechten, Minderheiten und dem Leben von Kindern in der Obhut von Waisenhäusern beschäftigen.
 
Kovács Éva Judit. Soziologin, studierte an der Wirtschaftsuniversität Budapest, machte ihre PhD an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und habilitierte sich an der Universität Pécs. Ist derzeit am Institut für Soziologie der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Budapest, und an der Universität Pécs tätig. Mehrere Forschungsstipendien in Europa, arbeitete u. a. als Visiting Professor in Wien (IFK) und Potsdam (ZZF). Bücher: u. a. „What’s New in East-Central European Sociology?“ (2002), „Präsenz – Jüdische Lebensgeschichte“ (2002) (zusammen mit Vajda Júlia), „Entfernte Nachbarn: Andau und Jánossomorja 1990–2000“ (2002) (zusammen mit András Vári und Gerhard Baumgartner), „Die Ambivalenz der Assimilation“ (2004), „Community Studies. A Handbook“ (2007), „The Ethnic Landscapes of Modernisation“ (2004), „Spiegelsplitter – das kommunikative Gedächtnis des realen Sozialismus“ (2008).

Lagodinsky Sergey. Jurist und Publizist, lebt in Berlin. Seine Forschungs- und Analysegebiete sind deutsche Außenpolitik, Verfassungs- und Völkerrecht sowie Integrationspolitik und deutsch-jüdische Beziehungen. Seine Interviews und Kommentare erschienen in der „Süddeutschen Zeitung“, „Die Welt“, „Financial Times Deutschland“, „Handelsblatt“, „Der Tagesspiegel“. Er ist häufiger Gast bei „Deutsche Welle TV“, „Radio Liberty“, „Deutschlandradio“ sowie bei „N24“. Studierte Rechtswissenschaften an der Georg-Augusta-Universität Göttingen und Public Administration in Harvard. Forscht zum Thema „Meinungsfreiheit und Schutz vor Antisemitismus im deutschen Verfassungsrecht und im Völkerrecht“. Fellow bei Global Public Policy Institute und Stiftung Neue Verantwortung in Berlin. Gründer und einer der beiden Sprecher des Arbeitskreises Jüdischer SozialdemokratInnen und seit Januar 2008 Präsidiumsmitglied der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, wo er bis Juli 2009 auch den Vorsitz des Integrationsausschusses inne hatte.

Lewonig Judith. Aus der Weststeiermark gebürtig. Dr. phil., Lebens- und Arbeitsraum – Journalismus, PR, Networking – seit einigen Jahren die drei baltischen Republiken Lettland, Estland, Litauen.

Lipowicz Irena. Studium an der Rechts- und Verwaltungsfakultät der Schlesischen Universität in Katowice (1972–1976). Ab 1976 dort Hochschulassistentin, seit 1992 ao. Professorin an der Universität Schlesien und an der Landesschule für öffentliche Verwaltung. Seit 1998 Professorin an der Kardinal-Stefan-Wyszyński-Universität in Warschau, gegenwärtig Leiterin des Lehrstuhls für Verwaltungsrecht. Zweimalige Stipendiatin der Alexander-von-Humboldt-Stiftung (Tübingen, Heidelberg). Lehrveranstaltungen an zahlreichen Universitäten. Seit 1980 Mitglied der Gewerkschaft „Solidarność“ und Gründungsmitglied des „Oberschlesischen Vereins“ („Związek Górnośląski“). 1991 bis 2000 Sejm-Abgeordnete, Mitglied der Fraktion der Demokratischen Union, anschließend der Freiheitsunion. 2000 bis 2004 außerordentliche und bevollmächtigte Botschafterin Polens in der Republik Österreich, 2004 bis 2006 Beauftragte des Außenministers für die deutsch-polnischen Beziehungen. Seit 2005 Mitglied des Kollegiums der Obersten Kontrollkammer (NIK). Seit April 2008 geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit. Zahlreiche Auszeichnungen: Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich, Großes Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland sowie Auszeichnungen der Länder Steiermark und Oberösterreich.

Luciak Mikael. Bildungswissenschafter und Psychotherapeut. Universitätsassistent am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien. Studium an der Universität Wien, University of California, Berkeley und San Francisco State University. Board Member der International Association for Intercultural Education und Editorial Advisory Board Member des Journals Intercultural Education. A World of Difference Trainer (Anti-Defamation League, Vienna). Forschungsschwerpunkte: International und interkulturell vergleichende Heilpädagogik, Inklusive Pädagogik, Disability Studies, Berufliche Rehabilitation, Schulische Bildung ethnischer Minderheiten (insbes. Roma), Interkulturelle Pädagogik.
Markovics Karl. In Wien 1963 geboren. Wollte keinen bürgerlichen Beruf ergreifen, sondern zum Theater gehen. Scheiterte jedoch bei der Aufnahmeprüfung für das Max-Reinhardt-Seminar. Ließ sich davon allerdings nicht beirren und begann 1982 am Wiener Serapionstheater zu spielen. 1987 wechselte er zum „Wiener Ensemble“. 1991 die erste Filmrolle im Kinofilm „Hund und Katz“ von Michael Sturminger. 1993 in der Rolle des Kirchingerwirts in Paul Harathers tragikomischem Roadmovie „Indien“. Einem breiten Publikum wurde er als Bezirksinspektor Stockinger, zuerst in der österreichischen Krimireihe „Kommissar Rex“ (1994 bis 1996), danach in der Spin-off-Serie „Stockinger“ bekannt. Weitere Filmrollen unter anderem in „Hinterholz 8“ (1998), „Late Show“ (1999), als Hauptdarsteller neben Julia Stemberger in „Geboren in Absurdistan“ (1999) und in „Komm, süßer Tod“ (2000). In den folgenden Jahren in zahlreichen TV- und Theaterproduktionen, unter anderem am Theater in der Josefstadt und am Wiener Volkstheater, wo er 2005 mit Eugène Ionescos „Die kahle Sängerin“ auch erstmals ein Stück inszenierte. Die Hauptrolle des Salomon Sorowitsch in Stefan Ruzowitzkys Film „Die Fälscher“ (2007), der bei der 80. Oscarverleihung als „Bester fremdsprachiger Film“ ausgezeichnet wurde, ist Markovics’ bislang größter internationaler Erfolg. Markovics lebt mit seiner Frau, der Theaterschauspielerin Stephanie Taussig, und den Kindern Louis und Leonie bei Wien.

Marot Jan. 1981 in Graz geboren. Nach dem Abschluss an der Graz International Bilingual School studierte er in Wien und Zürich Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Kombination mit Sozial- und Kulturanthropologie, Politikwissenschaft, Biologie und Internationaler Entwicklung. Seit Ende 2006 freier Auslandsjournalist aus Granada (Spanien) über Iberien und den Maghreb für deutschsprachige Tageszeitungen wie „Der Standard“, „Die Welt“ oder die „Neue Zürcher Zeitung“ sowie für Print- und Online-Magazine.

Menasse Eva. In Wien 1970 geboren. Begann als Journalistin bei „profil“ in Wien. Sie wurde Redakteurin der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, begleitete den Prozess um den Holocaust-Leugner David Irving in London und arbeitete nach einem Aufenthalt in Prag als Kulturkorrespondentin in Wien. Sie lebt seit 2003 in Berlin. „Vienna“ ist ihre erste literarische Veröffentlichung. Im Herbst 2009 veröffentlichte sie bei Kiepenheuer & Witsch ihr neuestes Buch, „Lässliche Todsünden“.

Meznik Michael. 1979 in Wien als Sohn einer bulgarischen Mutter und eines österreichischen Vaters geboren. Studium der Politikwissenschaft und Kommunikationswissenschaft in Wien und Sofia. Zahlreiche Studien- und Forschungsaufenthalte in Bulgarien, zuletzt 2008 als Stipendiat der Österreichischen Forschungsgemeinschaft an der Kliment-Ochridski-Universität Sofia. Fallweise Tätigkeit als Übersetzer und Dolmetscher aus dem Bulgarischen. Zurzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Wien und Lehrbeauftragter am Institut für Politikwissenschaft, parallel Engagement im Bereich der Bildungskooperation zwischen Österreich und Bulgarien.

Mitgutsch Anna. In Linz 1948 geboren. Studium der Germanistik und Anglistik an der Universität Salzburg, Dr. phil. 1974. Assistentin an der Amerikanistik der Universität Innsbruck, Lehrtätigkeit an britischen Universitäten (Hull University, University of East Anglia) und in Seoul, Südkorea, Assistant Professor an amerikanischen Universitäten und Colleges in New York (Sarah Lawrence College) und in Massachusetts (Amherst College, Tufts University, Simmons College, Emmanuel College). In den Neunzigerjahren Writer-in-Residence an verschiedenen amerikanischen Universitäten (Oberlin College, Allegheny College, Lafayette College) und Lehraufträge an österreichischen Universitäten (Salzburg, Graz und Innsbruck). Seit 1974 zahlreiche Essays und literaturwissenschaftliche Publikationen zur anglophonen und deutschsprachigen Gegenwartsliteratur (Sylvia Plath, Ted Hughes, Christine Lavant, Marlen Haushofer, Paul Celan, amerikanische und israelische Literatur etc.), Rezensentin für den „Standard“. Veröffentlichte einen Essayband und acht Romane, u. a. „Abschied von Jerusalem“ (Rowohlt Berlin Verlag 1995; auch bei dtv), „Haus der Kindheit“ (Luchterhand 2000; auch bei dtv), „Familienfest“ (Luchterhand 2003; auch bei btb), „Zwei Leben und ein Tag“ (Luchterhand 2007; auch bei btb). Die Romane wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Zahlreiche Auszeichnungen und Preise, u. a. 1992 Anton-Wildgans-Preis, 1996 Förderpreis für Literatur des BM für Kunst und 2000 Würdigungspreis (Staatspreis) für Literatur der Republik Österreich sowie 2007 Heinrich-Gleißner-Preis.
Münz Rainer. Leitet die Forschung und Entwicklung der ERSTE Group, Wien, und ist Senior Fellow am Hamburgischen Weltwirtschafts-Institut (HWWI). Kontakt: rainer.muenz@erstegroup.com; muenz@hwwi.org

Oişteanu Andrei. Jahrgang 1948. Rumänischer Wissenschafter auf den Gebieten der kulturellen Anthropologie und Religionsgeschichte. Arbeitet am Institut für Religionsgeschichte (Rumänische Akademie) und ist Präsident der Rumänischen Vereinigung für Religionsgeschichte. Ao. Professor am Institut für Jüdische Studien an der Universität Bukarest, wo er „Morphologie des Antisemitismus“ im Zuge des MA-Programms lehrt. Mitglied des Herausgeber-Boards des Hasefer-Verlags und der Publikation „Studia Hebraica“, Vorstandsmitglied der NGO „Gruppe für den sozialen Dialog“. Bücher: u. a. „COSMOS VS CHAOS. Myth and Magic in Romanian Traditional Culture (Bukarest 1999), „Das Bild des Juden in der Rumänischen Volkskultur“ (Konstanz 2002), „The Image of the Jew in Romanian Culture“ (Bukarest 2001 und 2004), „Religion, Politics And Myth. Texts about Mircea Eliade and Ioan Petru Culianu“ (Iaşi, 2007), „IL DILUVIO, IL DRAGO E EL LABIRINTO. Studi di magia e mitologia europea comparata“ (Verona, 2008), „Inventing the Jew. Antisemitic Stereotypes in Romanian and Other Central-East European Cultures“ (Lincoln & London 2009). (Eine deutsche Gesamtausgabe wird 2010 im Frank und Timme Verlag, Berlin, herauskommen.)

Pfeifer Andreas. In Bozen 1965 geboren. Nach dem Besuch des Klassischen Lyzeums am Bozner Franziskanergymnasium Studium der Germanistik und Musikwissenschaft an der Universität Innsbruck. Staatliche Lehrbefähigungsprüfung am Konservatorium Innsbruck im Hauptfach Zither. Publizistische Tätigkeit bei Literatur- und Musikzeitschriften, von 1988 bis 1991 freier Mitarbeiter der Hörfunk-Kulturredaktion im ORF-Landesstudio Tirol. Von 1991 bis 1996 Redakteur im ORF-Büro Bozen/Rom mit dem Schwerpunkt Italienberichterstattung.
1997 Korrespondent im ORF-Büro Washington, ab Februar 1998 Redakteur der „Zeit im Bild 1“-Redaktion im ORF-Zentrum Wien. Ab November 1998 Leitung des Korrespondentenbüros Italien in Bozen, von Juli 2001 bis Juli 2007 im ORF-Büro in Rom. Seit August 2007 Leiter des Ressorts „Ausland“ in der TV-Information. 2005 mit dem Robert-Hochner-Preis für herausragende journalistische Leistungen ausgezeichnet.

Piehler Moritz. 1979 in Frankfurt am Main geboren. Lebt seit seinem Studienabschluss in Amerikanistik und Lateinamerikastudien als freier ­Journalist in Hamburg und schreibt unter anderem für die „Jüdische Allgemeine“. Während der Wahlen in den USA 2008 bereiste er das Land drei Monate lang, um über Politik und Menschen zu berichten.

Pinto Diana. Historikerin und Autorin, lebt in Paris. Tochter italienisch-jüdischer Eltern, ausgebildet in den USA (Harvard), französische Staatsbürgerin. Senior Fellow des Institute for Jewish Policy Research in London. Arbeitet derzeit an einem Projekt über „Jewish Voices for the European res publica“. Die Autorin von „Entre deux mondes“ hat ausführliche Vorträge über transatlantische Themen und jüdisches Leben im gegenwärtigen Europa als entscheidendes Kapitel der pluralistischen Herausforderungen des Kontinents gehalten. Ihre Artikel wurden auf dem ganzen Kontinent publiziert. Sie war Chefherausgeberin von „Belderve“, Frankreichs erster paneuropäischer Review, und Beraterin der politischen Direktion des Europarats für die Zivilgesellschaftsprogramme in Osteuropa und der früheren Sowjetunion. Sie ist Fulbright Fellow, Fellow des American Council of Learned Societies, des Collegium Budapest in Ungarn und des Einstein-Forum in Potsdam.

Piwnicki Paul. Studium der theoretischen Physik in Heidelberg und Krakau, Promotion in theoretischer Physik in Stockholm. Arbeitet seither als Wissenschaftsjournalist, zurzeit an einem großen Forschungszentrum in der Schweiz. Seine Aufenthalte an verschiedenen Orten nutzt er stets, um das lokale jüdische Leben kennen zu lernen. Piwnicki lebt in Berlin und im Schweizer Kanton Aargau.

Plassnik Ursula. 1956 in Klagenfurt geboren, studierte Rechtswissenschaften in Wien und am Collège d’Europe in Brügge. Seit 1981 ist sie im Außenministerium tätig. Sie vertrat Österreich in den Gremien des Europarats, der OSZE und der EFTA und war zweimal Botschafterin in Bern. Von Oktober 2004 bis November 2008 war sie österreichische Außenministerin. Heute ist sie Sonderbeauftragte des BMeiA für internationale Frauennetzwerke, Abgeordnete zum Nationalrat, Außenministerin a.D.

Rabinovici Doron. In Tel Aviv 1961 geboren. Lebt seit 1963 in Wien. Schriftsteller und Historiker. Publikationen: „Papirnik: Stories“ (Frankfurt am Main 1994), „Suche nach M. Roman in zwölf Episoden“ (Frankfurt am Main 1997), „The Search for M.“ (Translated and with an afterword by Francis M. Sharp, 2000), „Instanzen der Ohnmacht. Wien 1938–1945. Der Weg zum Judenrat“ (Frankfurt am Main 2000), „Österreich. Berichte aus Quarantänien“ (Hg. mit Isolde Charim, Frankfurt am Main 2000), „Republik der Courage: wider die Verhaiderung“ (Hg. mit Robert Misik, Berlin 2000), „Credo und Credit: Einmischungen. Essays“ (Frankfurt am Main 2001), „Ohnehin. Roman“ (Frankfurt am Main 2004), „Der neue Antisemitismus. Eine globale Debatte“ (Hg. mit Ulrich Speck und Natan Sznaider, Frankfurt am Main 2004), „Der ewige Widerstand. Über einen strittigen Begriff“ (Graz 2008). Auszeichnungen: u. a. Preis der Stadt Wien für Publizistik (2000), Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg (2002), Jean-Améry-Preis (2002), „Autor des Jahres“ der Zeitschrift Buchkultur (2005), Willy-und-Helga-Verkauf-Verlon-Preis (2007).

Reitmaier Jörg. Geboren 1987 in der Steiermark. Wurde 2009 zum Sprecher der Österreichischen Gedenkdiener gewählt. Historisch interessiert, engagierte er sich schon sehr früh bei diversen zeitgeschichtlichen Initiativen, u. a. bei den „Braunauer Zeitgeschichtetagen“, und nahm an zahlreichen Trainings und Seminaren zu Holocaustthemen teil. Im Rahmen des Gedenkdienstes arbeitete er im Jüdischen Museum in Auschwitz und ist derzeit als US Representative of the Austrian Holocaust Memorial Service am Virginia Holocaust Museum in Richmond tätig (http://www.va-holocaust.com).

Roncoroni Marina. In Berlin 1952 geboren. Machte ihr Abitur am Friedrich-Ebert-Gymnasium und studierte von 1972 bis 1976 an der Pädagogischen Hochschule Berlin. 1982 Beeidigung am Landgericht Berlin als Dolmetscher (Englisch) für die Berliner Gerichte und Notare. Längere Studien- und Arbeitsaufenthalte in Österreich, Belgien, den Vereinigten Staaten, Italien, Frankreich und Israel. Von 1975 bis 1990 an der U.S. Mission Berlin und von 1991 bis 1999 als Referentin bei der Ausländerbeauftragten des Berliner Senats. Danach Übersiedlung nach Wien zur Europäischen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit (EUMC). Hier bis 2004 als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit tätig. Rückkehr nach Berlin, wo sie bis 2005 in der Senatsverwaltung für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz im Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit wirkte: Mitentwicklung der Kampagne für ein rauchfreies Berlin, Aufbau eines Netzwerks mit der TU Berlin und anderer Forschungseinrichtungen. Seit 2006 als Übersetzerin/Dolmetscherin, Lektorin und Lehrerin für die englische Sprache tätig, u. a. Lektorentätigkeit für die Europäische Kommission und wissenschaftliche Einrichtungen in Deutschland.

Roubalová Vera. Psychotherapeutin und Supervisorin. Gibt Immigranten und Neuankömmlingen langfristige Psychotherapie, sowohl einzeln als auch in der Gruppe. Führt seit zwölf Jahren (in gemeinsamer Therapie mit der Therapeutin Helena Klímová) eine Gruppe von Holocaust-Überlebenden und ihrer Familien unter der Schirmherrschaft des Rafael Centres, auch zur Untersuchung der Übertragung von Traumata auf nachfolgende Generationen. Gibt psychotherapeutische Supervision, hauptsächlich Traumatherapie für die Arbeit diverser ziviler Vereinigungen, die spezialisiert sind auf Flüchtlings- und Sozialarbeit. Leiterin des Rafael Centre (das Holocaust-Opfern aller Generationen Psychotherapie anbietet), Vizepräsidentin der Bürgervereinigung „Toleranz und Zivilgesellschaft“, Mitglied der Tschechischen Psychotherapeutischen Gesellschaft und des Tschechischen Instituts für Supervision. Unterzeichnerin der Charta 77, Publizistin, Vortragende und Co-Autorin des Buchs „Newcomers“.

Rudich de la Quintana Julieta. In Montevideo, Uruguay, 1962 geboren. Vater Österreicher, Mutter Uruguayerin. Seit 1973 mit der Familie in Europa: zuerst in Stuttgart, dann in Barcelona und ab 1978 in Wien. 1980 Matura an einem Wiener Gymnasium. Ein Jahr beim UNHCR (UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge) in Wien angestellt. Von 1981 bis 1983 Studium der Architektur an der Technischen Universität Wien, später der Sprachwissenschaften am Dolmetschinstitut in Wien: Französisch, Spanisch und Deutsch. Von 1996 und bis heute Österreich-Korrespondentin für die spanische Tageszeitung „El País“. Seit 1996 Printjournalistin, seit 1989 für Radio und Fernsehen tätig, hauptsächlich für den ORF, 3sat, sporadisch für CNN+, ZDF, BR Alpha und „Deutsche Welle“: Reportagen, Dokumentationen, Interviews und vieles mehr. 1992 für den Dokumentarfilm „Festung Europa“ mit dem Österreichischen Volksbildungspreis ausgezeichnet, 1996 für „Vivir el Rocío“ mit dem Preis für den besten Kulturfilm im New York International Independent Film and Video Festival. Ihre Dokumentation „Im Schatten Saddams“, gedreht in Irak 2002, wurde von einem dutzend Fernsehsendern in verschiedenen Sprachen ausgestrahlt. Mittlerweile berichtet sie im „Weltjournal“ regelmäßig aus der ganzen Welt. Immer öfter bedient sie selbst die Kamera – ein sehr kleines Mini-DV-Gerät, das ihr einen besonders spontanen, „menschennahen“ Stil erlaubt. Sie ist oft auf anderen Kontinenten unterwegs, häufig in Lateinamerika, hat unter anderem aus dem Libanon, aus Israel, Algerien und Marokko berichtet.

Scheller Wolf. Jahrgang 1944, gebürtig aus Neudek im Kreis Karlsbad (die Familie stammt aus Köln, der Geburtsort war kriegsbedingt: Evakuierung). Studium der Geschichte, Politik und Germanistik in Köln und Bonn. Nach Zeitungsvolontariat und Redakteursstellen bei verschiedenen Tageszeitungen Wechsel zum Rundfunk. Seit 1968 Redakteur beim Westdeutschen Rundfunk Köln. Themenschwerpunkte: Literatur aus dem Bereich der deutsch-jüdischen Symbiose, Exilliteratur jüdischer Provenienz sowie Literatur unter dem Einfluss totalitärer Ideologien, insbesondere der 1930er-Jahre. Außerdem Arbeiten zur Zeitgeschichte und zu Osteuropa. Lebt in Köln.

Seifert Thomas. Berichtet seit Jänner 2006 aus aller Welt für „Die Presse“. Er ist seit 1991 Journalist und hat sich vor allem als Auslandsreporter für „News“ und andere Medien wie den „Zürcher Tagesanzeiger“, die „Welt am Sonntag“, „Dagens Nyheter“ und den „Sunday Telegraph“ einen Namen gemacht. Ab 1999 bereiste er als Reporter so unterschiedliche Orte wie Tschetschenien, Sudan, Sierra Leone, Kosovo oder Nordkorea. Als einziger österreichischer Journalist berichtete er im Jahr 2001 von der Einnahme der afghanischen Hauptstadt Kabul durch die Truppen der Nordallianz. Während des Irakkriegs im März 2003 war er der einzige Korrespondent eines österreichischen Mediums, der aus Bagdad berichtet hat. In beiden Fällen haben so unterschiedliche Medien wie der deutsche „Stern“ oder der ORF auf ihn zurückgegriffen. Co-Autor des Bestsellers „Schwarzbuch Öl“ (Wien 2005), das mittlerweile auch in spanischer, italienischer, niederländischer und arabischer Übersetzung vorliegt. Er führte Interviews mit Persönlichkeiten der Weltpolitik, darunter Bill Clinton, Al Gore, Bashar Al-Assad, Jack Straw, Mohammed Khatami oder Joschka Fischer. Aktuelle Arbeitsschwerpunkte: Nahost und Golfregion. Seine Interessen sind aber breit gestreut, sowohl geografisch als auch thematisch: USA, Indien, Pakistan, Afghanistan, China, koreanische Halbinsel, Afrika, soziale Themen, globale Fragen, Weltbevölkerung, Globalisierung), technologischer Wandel, Umwelt (Ressourcenknappheit,
Klimawandel, Verstädterung) und Themen wie Freiheit & Demokratie und die Bedrohung durch Terrorismus & Fundamentalismus sowie geostrategische Fragen und Zukunftsforschung.

Seiringer Peter. 1989 in Innsbruck geboren. Maturierte in seiner Heimatstadt und absolvierte ein AFS-High School Year in den USA und ein Sprachtraining in Kanada. Spricht Englisch und Spanisch und fing im September 2008 mit seinem Zivildienst am „Holocaust Museum“ in Houston an. Seit November 2008 am Jüdischen Museum in München tätig.

Sporschill [Pater] Georg SJ. In Feldkirch, Vorarlberg, 1946 geboren. Österreichischer, rumänischer und moldauischer Staatsbürger. Besuchte das Humanistisches Gymnasium in Feldkirch und studierte von 1964 bis 1972 an den Universitäten Innsbruck und Paris Theologie, Erziehungswissenschaften und Psychologie, Abschluss: Mag. theol., Dr.phil. Ab 1969 Assistent an der Katholischen Theologischen Fakultät Innsbruck und ab 1971 Referent für theologische Erwachsenenbildung in der Erzdiözese München-Freising. 1976 Eintritt in den Jesuitenorden, 1978 Priesterweihe in Wien, Kaplan in der Wiener Pfarre Lainz. Ab 1982 Jugend- und Sozialarbeit: Aufbau mehrerer Einrichtungen der Caritas für Obdachlose, u. a. des Restaurants „Inigo“, eines Projekts für Langzeitarbeitslose; des Canisibus (Versorgung von Obdachlosen an Wiener Bahnhöfen). 1984 Gründung von Bibelschulen in Österreich, Israel und der Türkei. Seit 1991 bis dato: Im Auftrag des Jesuitenordens Einsatz für Straßenkinder in Rumänien. Gründung des Vereins CONCORDIA ROMANIA: Aufbau von Kinderhäusern, Kinderdörfern, Lehrwerkstätten und Sozialzentren in Bukarest und Ploieşti. 2004 Gründung des Vereines CONCORDIA MOLDOVA: Aufbau von Kinderhäusern, „Stadt der Kinder“ und Sozialzentren mit mobilen Suppenküchen für ältere Menschen. 2007 Gründung des Vereines CONCORDIA BULGARIEN: Aufbau des ersten Sozialzentrums in Sofia. Veröffentlichungen, u. a.: „Die zweite Meile. Ein Leben mit Hoffnungskindern“ (Ueberreuter 2006), „Wie dem Adler wird dir die Jugend erneuert. Wege zum spirituellen Training“ (zusammen mit W. Feneberg, Ueberreuter 2006), „Du führst mich hinaus ins Weite. Wege zum spirituellen Training“ (zusammen mit W. Feneberg, Ueberreuter 2008), „Jerusalemer Nachtgespräche. Über das Risiko des Glaubens“ (zusammen mit C. M. Kardinal Martini, Herder 2008). Zahlreiche Auszeichnungen, u. a. Bruno-Kreisky-Preis für Menschenrechte (1993), Kardinal-König-Preis (1994), Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1999), United Nations Vienna Civil Society Award (2002), Ordinul National „Serviciul Credincios“ vom Rumänischen Staat (2002), „Ordinul de Onorare“ der Republik Moldau (2007), Ehrendoktorat der Webster University (2009).

Sternberg Christiane. Jahrgang 1965, berichtet seit fünf Jahren als freie Journalistin aus Zypern. Aus dem vereinten Berlin zog sie ins geteilte Nikosia. Zusammen mit dem Fotografen Marcos Gittis gründete sie die Agentur Cyprus International Press Service, die u.a. für Focus, Rheinischen Merkur, Deutschlandfunk und Sunday Times arbeitet.

Streeruwitz Marlene. Geboren in Baden bei Wien, Niederösterreich. Studium der Slawistik und Kunstgeschichte. Journalistin der Öko-Zeitschrift „Natur ums Dorf“. Freie Texterin und Journalistin. Literarische Veröffentlichungen ab 1986. Freiberufliche Autorin und Regisseurin. Lebt in Wien, Berlin, London und New York. Zu den jüngsten Veröffentlichungen zählen: „Ich, Johanna Ey. Roman in 37 Bildtafeln“ (2008/09), „Kreuzungen“ (2007/2008), „Entfernung“ (2008) und die Erzählung „Der Abend nach dem Begräbnis“ (2008). Erhielt 2008 den Peter-Rosegger-Literaturpreis und 2009 den Droste-Preis.

Sukup Viktor. 1947 in Wien geboren. Studierte Fremdsprachen an der Universität Wien und Politik- und Wirtschaftswissenschaften an der Freien Universität Brüssel. Dissertierte später über regionale Integration und Entwicklung in Lateinamerika an der Universität Paris III, Sorbonne Nouvelle. Seit Jänner 2000 Beamter der Europäischen Kommission, zuerst im Generalsekretariat, in der Koordination der EU-Politik gegenüber den Regionen in äußerster Randlage; seit 2006 in der Karibik-Einheit der Generaldirektion Entwicklung. Vorher war er insbesondere UNO-Beamter in Angola, freier Journalist und Professor für Internationale, Europäische und Lateinamerikanische Wirtschaft an den Universitäten von Buenos Aires, La Plata und Tandil (Argentinien). Mehrere Bücher über Argentinien, Lateinamerika insgesamt und Asien sowie „Europa y la globalización“ (Europa und die Globalisierung, Buenos Aires 1998).

Szymanski Miguel. Journalist, lebt seit zwanzig Jahren in Portugal. Kolumnist des Lifestyle-Magazins „GQ“, freier Mitarbeiter der portugiesischen Wochenzeitung „Expresso“. Arbeitet gelegentlich für das „Weltjournal“ des ORF und andere deutschsprachige Fernsehanstalten.

Uri-Sudwarts Sandra. In Wien 1978 geboren. Maturierte mit Auszeichnung an der Zwi-Perez-Chajes-Schule und schloss ihr Psychologiestudium 2004 mit dem Magistertitel an der Universität Wien ab. Seit November 2005 Graduate Member der British Psychological Society sowie eingetragenes Mitglied bei der Vereinigung Österreichischer Klinischer und Gesundheitspsychologen. Bis zu ihrer Heirat und Übersiedlung nach London arbeitete sie unter anderem in der Psychosomatischen Ambulanz des St.-Anna-Kinderspitals in Wien, in der Mobilen Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche, an der Kinderklinik Glanzing, im Wiener Wilhelminenspital sowie im Maimonides-Zentrum und der Kinder- und Jugendabteilung von ESRA. In London war sie als Klinische Psychologin in Ausbildung am Edgware Community Hospital und am Chase Farm Hospital tätig.

Van Emden Gidon. Stellvertretender Direktor für Europäische Politik und Jüdische Themen am CEJI – A Contribution to an Inclusive Europe, einer antirassistischen jüdischen Organisation, die Bildungsprogramme in 14 Staaten Europas betreibt. Lebt derzeit in Brüssel und hat Diplome in Betriebswirtschaft, Jüdischem Gemeindedienst und Jüdischen Studien von der Brandeis University und den Universitäten von Amsterdam und London. Politisch aktiv seit seinen Studententagen und derzeit zuständig für die Koordinierung der CEJI-Positionen gegenüber Regierungen auf europäischer Ebene, hat er die verschiedenen Arten, wie Juden politisch vertreten werden, umfassend erforscht.

Vertlib Vladimir. 1966 in Leningrad (heute St. Petersburg), UdSSR, geboren. 1971 Emigration der Familie nach Israel. 1972 Übersiedlung nach Österreich, 1975 in die Niederlande, kurze Zeit später abermals nach Israel, 1976 nach Zwischenstation in Rom wieder nach Österreich, 1980 in die USA und schließlich 1981 endgültig nach Österreich. 1984 bis 1989 Studium der Volkswirtschaftslehre in Wien. Freier Mitarbeiter bei einer japanischen Presseagentur. 1990 Zivildienst in einem geriatrischen Tageszentrum. Danach einige Jahre bei einer Versicherung und einer Bank tätig. Seit 1993 freiberuflicher Schriftsteller und Journalist in Salzburg. Zahlreiche Publikationen in Zeitungen, u. a. „Die Presse“ („Spectrum“), „Wiener Zeitung“ („Extra“), „Rheinischer Merkur“, FAZ, „Jüdische Allgemeine“; Zeitschriften, u. a. „Wochen Zeitung“, Zürich, „Literatur und Kritik“, „SALZ“, „Mit der Ziehharmonika“; Anthologien, Tagungsbänden etc. Redaktionsmitglied der Wiener Literaturzeitschrift „Zwischenwelt. Zeitschrift für Literatur des Exils und des Widerstands“. Zahlreiche Preise und Stipendien, darunter der Österreichische Förderungspreis für Literatur 1999, der Förderpreis zum Adalbert-von-Chamisso-Preis 2001 und der Anton-Wildgans-Preis 2001. Dresdner Chamisso-Poetikdozentur 2006. Wichtigste Publikationen: „Abschiebung“ (Erzählung, Otto Müller Verlag 1995), „Zwischenstationen“ (Roman, Deuticke Verlag 1999, und dtv-Taschenbuch 2005), „Zwischenstationen“ (CD, wakuworld Verlag, 2000), „Das besondere Gedächtnis der Rosa Masur“ (Roman, Deuticke Verlag 2001 und dtv-Taschenbuch 2003), „Das besondere Gedächtnis der Rosa Masur“ (CD, Auslandsgesellschaft NRW, Dortmund 2001), „Letzter Wunsch“ (Roman, Deuticke Verlag 2003 und dtv-Taschenbuch 2006), „Mein erster Mörder“ (Lebensgeschichten, Deuticke Verlag 2006 und dtv-Taschenbuch 2008), „Spiegel im fremden Wort. Die Erfindung des Lebens als Literatur“ (Dresdner Chamisso-Poetikvorlesungen 2006. Mit einem Nachwort von Annette Teufel und Walter Schmitz sowie einer Bibliograpfie. w.e.b. Thelem Verlag 2007), „… und alle Toten starben friedlich …“ (CD, Oratorium in fünf Teilen für Soli, Chor und Orchester von Wolfgang R. Kubizek, Text: Vladimir Vertlib, edition Mauthausen 2007). Zuletzt, 2009, der Roman „Am Morgen des zwölften Tages“ (Deuticke Verlag).

Wagner Marc-Christoph. Lebt als freier Journalist in Kopenhagen, von wo aus er für Deutschlandradio, ARD und ZDF über Nordeuropa berichtet. Hat Sozial- und Kulturwissenschaften in Århus und Berlin studiert und sich dabei vor allem der politischen Ideengeschichte gewidmet. Seine Diplomarbeit schrieb er bei Herfried Münkler über das Frühwerk des Soziologen und Essayisten Siegfried Kracauer. Für eine Hörfunkserie über sämtliche EU-Staaten sowie die EU-Beitrittskandidaten erhielt er 2000 den Medienpreis der EVP-Fraktion des Europäischen Parlaments. 2005 wurde er vom Deutschlandfunk für den Ernst-Schneider-Preis für Wirtschaftsjournalismus nominiert. Neben seiner Tätigkeit für Hörfunk und Fernsehen Artikel in „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Neue Zürcher Zeitung“, „Die Zeit“, „Rheinischer Merkur“ sowie im Kulturmagazin „Lettre“.

Wisinger Marion. 1965 geboren. Historikerin und Politologin. Nach langjähriger Tätigkeit bei der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung und dem Ludwig-Boltzmann-Institut für Menschenrechte nun Generalsekretärin der Österreichischen Liga für Menschenrechte. Lebt und publiziert in Wien.

Wistrich Robert S. 1945 in Lenger, Kasachstan, geboren. Inhaber der Neuburger-Professur für Europäische und Jüdische Geschichte an der Hebrew University of Jerusalem und der Leiter des Vidal Sassoon International Center for the Study of Antisemitism derselben Universität. Seine Eltern waren polnisch-jüdische Linke, die 1940 nach Lviv gezogen waren, um dem zügellosen Antisemitismus zu entkommen. Allerdings war der sowjetische Totalitarismus für sie um nichts besser. 1942 zogen sie nach Kasachstan, wo Wistrichs Vater zweimal eingesperrt wurde. Wistrich erlangte sein Doktorat an der University of London. Autor und Herausgeber von 23 Büchern, darunter folgende Titel: „Socialism and the Jews“ (1982); „The Jews of Vienna in the Age of Franz Joseph“ (1989), das den Österreichischen Staatspreis für Donauländische Geschichte gewann; und „Antisemitism, the Longest Hatred“ (1992), das mit dem H.H. Wingate Prize for non-fiction in the UK ausgezeichnet wurde. War einer von sechs Wissenschaftlern einer internationalen katholisch-jüdischen Historikerkommission, die zwischen 1999 und 2001 zusammengetreten war, um die Kriegsakte von Papst Pius XII. zu untersuchen.

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